
Brandgefahr unter Kontrolle: Akkus von Elektrogeräten sicher laden
Lithium-Ionen Akkus werden heute in vielen verschiedenen Elektrogeräten verbaut und ermöglichen es, mobil und flexibel zu arbeiten. Die Akkus erfordern eine gute Pflege und sorgfältige Behandlung um mögliche Brandgefahren zu kontrollieren. Beschädigte Akkus können sich selbst entzünden und ein solcher Brand kann nur schwer unter Kontrolle gebracht werden.
Lithium-Ionen-Akkus unterscheiden sich im Brandverhalten deutlich von herkömmlichen Zündquellen und Brennstoffen. Ein Akku weist eine hohe Energiedichte auf und enthält alle Elemente des bekannten Feuerdreiecks: Zündquelle, Brennstoff und Sauerstoff. Aufgrund einer Beschädigung oder äusseren Einwirkung kann sich ein Akku selbst entzünden und abbrennen. Ein entstehender Brand kann sich rasch auf die Umgebung ausbreiten und ist nur schwer zu löschen. Bei der Verbrennung entstehen giftige und ätzende Gase, die beim Einatmen die Gesundheit schädigen.
In vielen Betrieben werden heute Elektrogeräte wie Bohrmaschinen, Staubsauger, Sägen und Gartengeräte mit Akku eingesetzt. Ein Betrieb, der solche Geräte im Einsatz hat, kann mit einfachen Massnahmen, basierend auf den Vorgaben der VKF (Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen, Brandschutzmerkblatt Lithium-Ionen-Batterien; 2005-15de), die bestehenden Brandgefahren reduzieren und so Akkus und Elektrogeräte sicher laden und verwenden.
Die Ladestation für Akkus und Batterien sicher einrichten
Richten Sie einen abgetrennten Bereich ein, zum Beispiel in einem separaten Brandabschnitt oder einer separaten Nutzungseinheit und getrennt von brennbaren Materialien. Ladestationen sollen nicht in Fluchtwegen, Räumen mit Haustechnik oder Räumen mit grosser Personenbelegung eingerichtet werden. Auf einer Fläche von 1 m2 sollen maximal 5 Ladegeräte aufgestellt werden. Zu brennbarem Material in der Umgebung ist ein Abstand von 2.5 Metern einzuhalten. Stellen Sie die Ladegeräte auf eine nichtbrennbare Unterlage aus Keramik oder Metall. Mit einer Zeitschaltuhr sollte der Ladevorgang ausserhalb der Betriebszeiten unterbrochen werden. Ladegeräte können hohe Leistungen beziehen und Mehrfachsteckdosenleisten überlasten. Stecken Sie die Ladegeräte daher direkt in die Steckdose ein.
Schulung und Instruktion - Mitarbeitende vollständig instruieren
Informieren Sie Ihre Mitarbeitenden über den korrekten Umgang mit Akkus und Ladegeräten und die Brandgefahren. Der Ladevorgang sollte nicht unbeaufsichtigt erfolgen. Laden Sie deshalb Akkus nur, wenn Mitarbeitende anwesend sind. Entfernen Sie die Akkus aus dem Ladegerät, sobald sie vollständig geladen sind.
Akkus sollen vor Beschädigungen geschützt werden. Vermeiden Sie Stösse und Schläge und lassen Sie die Akkus nicht fallen. Benutzen Sie keine beschädigten Akkus. Achten Sie nach einem Stoss oder Schlag auf Blähungen und Rauchbildung. Das können Anzeichen für eine beginnende Selbstentzündung sein.
Bevor Sie einen Akku oder ein Gerät verwenden, prüfen Sie dieses auf Beschädigungen am Gehäuse, an Kabeln und Steckern. Benutzen Sie niemals beschädigten Geräte.
Sichere Lagerung und Entsorgung: Umgang mit defekten und alten Akkus
Lagern Sie defekte oder beschädigte Akkus in einem separaten Bereich. Bedecken Sie die Pole mit Klebeband und legen Sie den Akku in einen nicht brennbaren Behälter. Für defekte oder beschädigte Akkus, sind im Handel spezielle Quarantäneboxen mit feuerfestem Füllmaterial erhältlich oder der Entsorger stellt spezielle Sammelbehälter zur Verfügung.
Grundsätzlich sind Akkus als Sonderabfall zu entsorgen. Spezialisierte und zugelassene Entsorger nehmen solche entgegen. Einzelne Akkus und Ladegeräte können zur Entsorgung beim Händler abgegeben werden. Transportieren Sie defekte Akkus in der Quarantänebox, dem Sammelbehälter oder in einem verschlossenen, nicht brennbaren Behälter.
Richtiges Verhalten bei Zwischenfällen mit Lithium-Ionen-Akkus
Brennt ein Akku oder bildet sich Rauch, alarmieren Sie sofort die Feuerwehr. Bringen Sie Personen in der Umgebung in Sicherheit. Vermeiden Sie den Kontakt mit Rauch und Flüssigkeiten. Bei einem Akkubrand entstehen flüssige und teilweise dampfförmige Gifte, die bei Hautkontakt oder beim Einatmen stark gesundheitsschädlich sind.
Mit Wasser kann ein Brand in der Umgebung gelöscht und der brennende Akku gekühlt werden. Achten Sie dabei auf Ihren Schutz und gefährden Sie sich nicht. Für die Eindämmung eines Akkubrands kann Feuerlöschgranulat oder ein spezieller Feuerlöscher hilfreich sein.
Da der Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus eine noch junge Thematik ist, sind die damit verbundenen Risiken vielen Menschen oft nicht bekannt. Daher ist es entscheidend, Aufklärung und Schulungen zu fördern, um ein Verständnis für die sichere Handhabung von Lithium-Ionen-Akkus zu schaffen.

