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ESENER: Muskuloskelettale Belastungen und psychosoziale Risiken sind häufig und nehmen zu

Für die Europäische Unternehmenserhebung über neue und aufkommende Risiken (ESENER) wurden im Jahr 2019 bei mehr als 45‘000 Unternehmen in 33 europäischen Ländern (inkl. Schweiz) Interviews mit Verantwortlichen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (AS+GS) durchgeführt. Eine 2021 vom SECO publizierte Sekundäranalyse vergleicht die Schweiz mit Europa (EU-28), beleuchtet Unterschiede zwischen kleinen und grossen Unternehmen und zeigt Entwicklungen zwischen 2014 und 2019 auf.

Risikofaktoren

Muskuloskelettale Belastungen und psychosoziale Risikofaktoren kommen in der Schweiz und in Europa häufig vor. Der Anteil an Unternehmen, mit diesen Problemen hat in den letzten Jahren zugenommen.

 Risikofaktoren aus Sicht der Unternehmen (Bildquelle: SECO)

Alle untersuchten Risikofaktoren wurden öfter von grossen Unternehmen genannt als von kleinen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob kleine Unternehmen wirklich sicherer sind, oder ob sie die Gefährdungen unterschätzen oder nicht wahrnehmen.

 Veränderung der Risikofaktoren bei schweizerischen Unternehmen (Bildquelle: SECO)

Ein Vergleich mit den Ergebnissen aus Befragungen bei Arbeitnehmenden zeigt, dass die Risikoeinschätzung zwischen den Verantwortlichen AS+GS und den Mitarbeitenden in etwa übereinstimmt. Eine Ausnahme sind ermüdende und schmerzhafte Körperhaltungen (bei ESENER erstmals 2019 erhoben). In kleinen Unternehmen werden diese von Mitarbeitenden fast doppelt so häufig genannt wie von den Verantwortlichen AS+GS (47% vs. 25%).

Je nach Gefährdung dürften 20 bis 40 Prozent der Unternehmen die vorhandenen Gefährdungen unterschätzen. Insbesondere für muskuloskelettale Belastungen werden häufig keine Risikobeurteilungen bzw. Gefährdungsermittlungen durchgeführt.



Anteil schweizerischer Unternehmen, die für festgestellte Risikofaktoren eine Risikobeurteilung/Gefährdungsermittlung durchführen (Bildquelle: SECO)

Präventionsmassnahmen

Trotz der deutlichen Zunahme der Belastungen des Bewegungsapparats wurden in der Schweiz (aber auch in Europa) entsprechende Präventionsmassnahmen eher reduziert.

Massnahmen gegen muskuloskelettale Belastungen in der Schweiz (Bildquelle: SECO)

Schweizer Unternehmen sind bezüglich psychosozialer Risikofaktoren in den letzten Jahren hierzu aktiver geworden. Doch nach wie vor sind noch in vielen Unternehmen keine systematischen Aktivitäten zur Prävention verankert. So haben nur ca. 30 % der Unternehmen Massnahmenpläne zum Umgang mit Stress.

Bildquelle: SECO

Massnahmenplan zur Vermeidung psychosozialer Risikofaktoren in Schweizer Unternehmen (Bildquelle: SECO)

Fazit

Muskuloskelettale Belastungen und psychosoziale Risiken sind häufig und nahmen in den letzten Jahren sogar zu. Sie sind wesentliche Faktoren, welche die Gesundheit bei der Arbeit bestimmen. Dennoch fehlen in vielen Unternehmen angemessene Präventionsprogramme mit entsprechender Risikobeurteilung oder Gefährdungsermittlung und Massnahmenplänen. Insbesondere bei muskuloskelettalen Risiken wurden trotz zunehmenden Belastungen Präventionsmassnahmen eher zurückgefahren.

Die ausgewiesenen Spezialisten von AEH im Bereich muskuloskelettaler Belastungen wie auch für psychosoziale Risiken beraten und unterstützen Sie, die Situation in Ihrem Betrieb zu analysieren und geeignete Präventionsprogramme zu etablieren.

ildquelle: SECO

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