
Rückblick AEH Stage
Der AEH Stage zum Thema „Arbeitsplatzbezogene Fehlzeiten – von der Rechtslage bis zur Intervention“ bot einen vielschichtigen Blick auf ein Thema, das Unternehmen und Mitarbeitende gleichermassen betrifft. Nach der Begrüssung durch Andreas Martens, Arbeitshygieniker und Geschäftsführer der AEH, wurde deutlich, dass Fehlzeiten nicht nur eine betriebswirtschaftliche Herausforderung darstellen, sondern auch eng mit Fragen der Gesundheit, Verantwortung und Gesetzgebung verknüpft sind.
Dr. med. Milan Kalabic, Leiter und Chefarzt der Klinik Teufen, stellte in seinem Referat die zentrale Frage: Wann ist jemand wirklich krank? Er machte klar, dass die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit weit über eine medizinische Diagnose hinausgeht. Psychosoziale Faktoren, die konkrete Arbeitsplatzsituation und die individuelle Belastung spielen eine ebenso wichtige Rolle. Damit wurde deutlich, wie komplex die Schnittstelle zwischen Medizin und Arbeitswelt ist und wie sorgfältig Ärzte ihre Einschätzungen treffen müssen.
Sandra Bittel, Leiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement und Mitglied der Geschäftsleitung, beleuchtete das Thema aus einer anderen Perspektive. Sie zeigte auf, wie Arbeitsunfähigkeit im Spannungsfeld von Gesundheit, Verantwortung und Gesetzgebung entsteht. Arbeitgeber stehen in der Pflicht, für die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu sorgen, gleichzeitig tragen diese selbst Verantwortung für ihr Wohlbefinden. Gesetzliche Rahmenbedingungen setzen Grenzen, eröffnen aber auch Spielräume für präventive Massnahmen und Interventionen. Besonders betonte sie die Bedeutung eines funktionierenden Betrieblichen Gesundheitsmanagements, das Fehlzeiten nicht nur verwaltet, sondern aktiv reduziert.
Der Rückblick zeigt: Arbeitsplatzbezogene Fehlzeiten sind ein komplexes Phänomen, das nur durch gemeinsames Verständnis und abgestimmte Interventionen wirksam angegangen werden kann. Die Veranstaltung bot wertvolle Impulse und unterstrich die Bedeutung von Prävention, Kommunikation und Verantwortung im Umgang mit Arbeitsunfähigkeit.

