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Bericht über eine gelungene und andauernde berufliche Wiedereingliederung

Im Dezember 2012 wurde der AEH ein Mandat erteilt, in welchem eine Begleitung im Rahmen eines Case Managements gewünscht wurde. Es handelte sich dabei um die Unterstützung einer Klientin, welche im Mai 2011 einen Berufsunfall als Operationsassistentin in einem Universitätsspital in der Westschweiz erlitten hatte.


Erste Schritte

Während eines Assessments wurde zunächst die medizinische Situation geklärt. Nach einem Eingriff sowie verschiedenen Behandlungen war von den zuständigen Ärzten und der Invalidenversicherung entschieden worden, dass die Klientin ihre angestammte Tätigkeit als Operationsassistentin nicht mehr ausüben kann. Es bestehe jedoch volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Dieser Entscheid war für die Klientin ein grosser Schock, was eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes zur Folge hatte.
Ein Mandat für ein Case Management wurde der Case Managerin erteilt, mit dem Ziel, die Klientin in eine dauerhafte angepasste Tätigkeit zu integrieren. Während der ersten Treffen bestand die Hauptaufgabe der Case Managerin darin, die Klientin während ihrer Trauer-phase über die verlorene Arbeitsstelle zu begleiten, wobei aktives Zuhören und Ernstnehmen der Probleme von essentieller Bedeutung waren. Bevor über die neuen beruflichen Perspek-tiven diskutiert werden konnte, musste die Klientin zuerst lernen, ihre aktuelle Situation zu akzeptieren. Die Case Managerin konnte die Klientin schliesslich dazu motivieren, eine neue Herausforderung anzunehmen, indem sie ihr aufzeigte, wo ihre Kompetenzen liegen und die Klientin darin bestärkte, dass sie die notwendigen Fähigkeiten besass, wieder Fuss zu fassen.


Reaktion der Personalabteilung

Bald darauf organisierte die Case Managerin ein Rundtischgespräch mit der Klientin und dem Chef der Personalabteilung. Ziel war es, abzuklären, ob eine Möglichkeit besteht, den Arbeitsplatz der Klientin ihren körperlichen Einschränkungen anzupassen, damit diese nach zweijähriger Arbeitsunfähigkeit wieder in Kontakt mit der Arbeitswelt treten konnte. Leider war dies in der Abteilung, in welcher die Klientin gearbeitet hatte, nicht möglich. Der Chef der Personalabteilung empfahl der Klientin, sich eine neue Tätigkeit in der Administration zu suchen, welche besser ihrer körperlichen Einschränkungen angepasst sei. Der Personal-verantwortliche hatte sich bereit erklärt, das Bewerbungsdossier der Klientin weiterzuleiten, sobald sich intern oder in einem anderen Spital eine vakante Stelle in diesem Bereich ergäbe. Diese Neuigkeit war eine erneute Enttäuschung für die Klientin, da sie sich mehr Unterstützung von ihrem Arbeitgeber erhofft hatte.


Eigeninitiative

Nachdem die Trauer und der Schock über den Verlust ihrer angestammten Tätigkeit verarbeitet waren, konnte die Klientin mit Hilfe der Case Managerin jedoch entscheiden, in welche berufliche Richtung sie gehen wollte. Die Klientin konnte sich gut vorstellen, als Krankenschwester im Bereich Koordination zu arbeiten, und bewarb sich auf eine offene Stelle in diesem Bereich. Diese administrative und vielseitige Tätigkeit hätte die körperlichen Einschränkungen der Klientin respektiert und ihr erlaubt, sich beruflich weiterzuentwickeln. Die Invalidenversicherung hatte sich ausserdem bereit erklärt, eine Weiterbildung in diesem Bereich zu finanzieren, damit die Klientin die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für diese Tätigkeit erwerben konnte. Zusätzlich bewarb sich die Klientin für eine Stelle als Koordinatorin bei der Einsatzleitzentrale 144. Beide Bewerbungen führten zu einem Vor-stellungsgespräch. Mit Hilfe der Case Managerin entschied sich die Klientin schliesslich für die Tätigkeit als Koordinatorin und nahm am 1. März 2013 ihre Arbeit auf. 


Beruflich wieder Fuss fassen

Die ersten Arbeitstage waren schwierig für die Klientin. Sie musste lernen, sich wieder an einen Arbeitsrhythmus zu gewöhnen und mit ihren noch bestehenden Schmerzen umzu-gehen. Trotzdem war die Klientin begeistert von ihrer neuen Tätigkeit und zeigte grosse Motivation. Ausserdem konnte die Klientin eine interne Ausbildung bei ihrem Arbeitgeber abschliessen. Auch die Invalidenversicherung unterstützte die Klientin, indem sie die Kosten einer Ausbildung im Bereich Topographie, welche mehrere Monate dauerte, übernahm. Nach einiger Zeit befand sich die Klientin jedoch erneut in einer grossen Stresssituation und teilte dies der Case Managerin mit. Die Case Managerin analysierte zusammen mit der Klientin, welche Massnahmen ihre Situation verbessern könnten. Schliesslich konnte die Case Managerin mit Hilfe der Invalidenversicherung einen Kurs im Bereich Stressbewältigung organisieren.


Glückliches Ende

Seit September 2013 arbeitet die Klientin nun als Koordinatorin und hat mit Erfolg die Prüfung im Bereich Topographie bestanden. Gleichzeitig hat sich auch ihr Gesundheits-zustand verbessert, die Schmerzen sind weniger geworden. Ihr Ziel ist es, sich in ihrer aktuellen Tätigkeit weiter zu entwickeln und als Ausbilderin für neue Mitarbeitende tätig zu sein. 
Dank verschiedenen Faktoren handelt es sich bei diesem Fall um eine Erfolgsgeschichte im Bereich beruflicher Wiedereingliederung: Zum einen hat die Personalabteilung sich klar positioniert, was die Frage einer möglichen Unterstützung hinsichtlich eines Arbeitsplatz-wechsels betrifft. Zum anderen hat die Klientin schnell begriffen, dass sie sich nicht auf die Hilfe der Personalabteilung verlassen kann, sondern selbst aktiv werden muss. Der Wille und die Motivation der Klientin, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen, war ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Auch die enge Begleitung durch die Case Managerin und die Unterstützung der Invalidenversicherung haben zu einem glücklichen Ende beigetragen.


Fazit

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass Dank einer engen Begleitung im Rahmen eines Case Managements, der Zusammenarbeit und Koordination zwischen den verschie-denen Beteiligten (Versicherung, Arbeitgeber, Case Manager) sowie die Motivation und der Wille der verunfallten Person, eine Veränderung zu akzeptieren, eine erfolgreiche und dauerhafte berufliche Wiedereingliederung erreicht werden konnte. Die Klientin ist der Case Managerin noch heute, ein Jahr nach Abschluss des Case Managements, dankbar für ihre geleistete Unterstützung, das geduldige Zuhören und das Vertrauen, das sie ihr entgegengebracht hat. Alleine wäre es für die Klientin äusserst schwierig gewesen, eine solche Herausforderung anzunehmen und erfolgreich zu bestehen.

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