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Stress - mal anders betrachtet

Ein ganz normaler Tag im Büro…

… Sie kommen morgens zur Arbeit und auf Ihrem Bürotisch liegt ein Stapel an Unterlagen, die Ihr Chef Ihnen gestern nach Feierabend hingelegt hat, mit der kurzen Notiz, diese bitte so schnell wie möglich zu bearbeiten. Ihr Terminkalender bestätigt, dass sie zwischen den geplanten Sitzungen kaum Zeit dafür haben. Während den Sitzungen, in denen mal wieder mehr geredet als entschieden wird, haben Sie das Gefühl, nur Ihre Zeit zu verschwenden. Endlich sind Sie am Arbeitsplatz und machen sich an die Bearbeitung der Unterlagen. Doch ein Telefonanruf nach dem anderen unterbricht Sie. Zu allem Übel müssen Sie sich auch noch mit unzufriedenen, zum Teil sehr unfreundlichen Kunden am Telefon auseinandersetzen.

Was würden Sie denken? Vielleicht: „Das schaffe ich nie, diese Unterlagen zu bearbeiten und dann steigt mir der Chef wieder auf’s Dach! Das macht der doch extra! Warum haben wir eigent-lich nur unzufriedene Kunden? Und wieso bekomme gerade ich sie immer ans Telefon?“ Kein Wunder fühlen Sie sich genervt und überfordert - der Stress ist vorprogrammiert. Wenn solche oder ähnliche Situationen gehäuft und über einen längeren Zeitraum auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie krank werden oder ausbrennen.

Stressmanagement in Unternehmen

Stress und dessen Folgen sind weit verbreitet. Unternehmen reagieren zunehmend und setzen Massnahmen zur Stressreduktion am Arbeitsplatz um. Die Interventionen können dabei an drei Punkten ansetzen.

• Stressauslöser und Belastungen werden reduziert oder eliminiert

• Wahrnehmung und subjektive Bewertung der Stressoren werden verändert (kognitive Umstrukturierung)

• Fähigkeiten der Mitarbeitenden im Umgang mit ungünstigen Folgen der Belastungen werden verbessert.

Es ist nicht immer möglich resp. oft sehr aufwendig, die stressauslösenden Belastungen zu beseitigen. Bisher entscheiden sich Unternehmen daher meistens dafür, ihre Mitarbeitenden im Umgang mit Stress zu schulen. An erster Stelle stehen dabei Entspannungs- und Meditationstechniken. Diese Interventionen bieten sich an, da sie kostengünstig und leicht einzuführen sind. Eine Metaanalyse, die 36 hochwertige Studien zur Wirksamkeit von Stressmanagement in Unternehmen ausgewertet hat, zeigt jedoch, dass Strategien, die auf die subjektive Bewertung von Stressoren zielen, den grössten Effekt haben.¹

Kognitive Umstrukturierung – wie funktioniert das?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Stress zum Leben dazu gehört. Stress lässt sich nicht immer vermeiden, aber es lässt sich lernen, besser mit ihm umzugehen. Bei der kognitiven Um-strukturierung geht es zunächst darum, sich der eigenen Gedanken in Bezug auf Stress bewusst zu werden und ihre stressverschärfenden Mechanismen zu erkennen. Unterschiedliche Men-schen können die gleiche Situation sehr verschieden wahrnehmen. Zwei Mitarbeiter bekommen beispielsweise den Auftrag, am nächsten Tag eine Präsentation vor einem Gremium zu halten. Was für Herrn Meier eine spannende Herausforderung darstellt, bringt Herrn Müller an die Gren-zen seiner Belastbarkeit. Vielleicht freut sich Herr Meier, dass er wieder einmal zeigen kann, wie gut er Vorträge halten kann und er beginnt fröhlich mit der Vorbereitung. Herr Müller hingegen möchte seine Aufgaben immer möglichst perfekt erledigen und hält es für unmöglich, den Vortrag bis morgen ausgearbeitet zu haben. Er macht sich grosse Sorgen darüber, wie er dann vor dem Gremium dastehen wird und ist wie blockiert.

Ist erst einmal erkannt, wie sich Wahrnehmungen und Denkstile auswirken und welche Einstel-lungen einen persönlich beeinflussen, können diese bearbeitet werden. Hierzu dienen verschiedene Strategien, die zum Ziel haben, einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Herr Müller könnte sich zum Beispiel durch einen Rollentausch distanzieren und sich fragen, was in Herrn Meier vorgeht, dass er so motiviert an die Arbeit gegangen ist. Oder er könnte sich vorstellen, was das Schlimmste sein könnte, was er erleben kann und sich fragen, ob das denn wirklich so schlimm wäre. Sind die eigenen Vorstellungen relativiert, werden in einem nächsten Schritt alternative Bewertungen erarbeitet. Und schliesslich geht es darum, die neuerworbenen Bewertungen schrittweise in der Praxis zu üben und zu festigen.

Was können Sie tun?

Wenn Sie stark belastenden Situationen ausgesetzt sind, beachten Sie, dass es verschiedene Ansätze gibt um der Situation zu begegnen. Wenn Sie an den stressauslösenden Gegebenheiten nicht viel ändern können und wenn bisherige Massnahmen, den Stress zu reduzieren, vor allem auf der Ebene des persönlichen Umgangs mit den Folgen der Belastungen lagen, versuchen Sie, ihre eigenen Einstellungen einmal zu hinterfragen. Probieren Sie einen neuen Blickwinkel aus und wenden diesen auf die unterschiedlichsten Situationen an.

Betrifft es viele Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen und möchten Sie das Problem in einem grösseren Umfang angehen, haben Sie die Möglichkeit, sich durch einen professionell geführten Stressmanagement-Kurs unterstützen zu lassen. Weitere Informationen können Sie unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anfordern. Gerne informieren wir Sie persönlich über unser Angebot.

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1 Richardson, K. M. & Rothstein, H. R. (2008). Effects of Occupational Stress Management Interven-tion Programs: A Meta-Analysis. Journal of Occupational Health Psychologie, 13 (1), 69-93.

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