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Mit einem professionellen Fehlzeitenmanagement Kurzabsenzen begegnen

Die gesundheitsbedingten Absenzen in Schweizer Unternehmen sind in den letzten Jahren stetig angestiegen (BFS, 2019). Mit einem professionellen Fehlzeitenmanagement können Unternehmen dieser Entwicklung entgegenwirken. Ein besonders heikles Thema stellt dabei das Thema «Blaumachen» dar. Lohnt es sich, knallhart gegen vermutete Blaumacher vorzugehen?

Blaumacher sind etwas sehr ärgerliches für jeden Betrieb. Sie führen zu Kosten, einer zusätzlichen Belastung der Arbeitskollegen und schaden dem Betriebsklima.

Beliebte Hilfsmittel zum Umgang mit Blaumachern stellen z.B. das Führen disziplinarischer Gespräche (bei Kurzabsenzen mit Beginn am Freitag/Montag), das Fordern eines Arztzeugnisses ab dem 1. Tag oder das Einführen von Anwesenheitsprämien dar. Im besten Fall führt dies zu einer kurzfristigen Senkung der Kurzzeitabsenzen; v.a. Anwesenheitsprämien können jedoch zu Präsentismus und einem späteren Anstieg der Mittel- bis Langzeitabsenzen führen (durch Verschlimmerung und Verschleppung von Beschwerden, Anstecken von anderen Mitarbeitenden etc.). Mit diesen Massnahmen fördert man zudem ein Klima von Misstrauen und fehlender Wertschätzung, bestraft «ehrlich» kranke Mitarbeitenden und begünstigt Präsentismus.

Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass tatsächliches Blaumachen (d.h. Fernbleiben von der Arbeit ohne triftigen Grund) relativ selten ist – es wird auf ca. 1-2% der gesundheitsbedingten Absenzen geschätzt. Für Firmen lohnt es sich kaum, ein Fehlzeitenmanagement zu etablieren, welches sich dieser wenigen Personen annimmt, die das System mutwillig ausnutzen. Hier ist Führungsarbeit gefragt: Mitarbeitende zeitnah mit dem Verdacht konfrontieren, die Erwartungen formulieren und die Leistung einfordern. Die einem Fehlzeitenmanagement zugrundeliegende Fragestellung müsste also eher lauten: Wie erreicht man einen nachhaltigen Rückgang von Absenzen?

Hilfreich ist es, ein System aufzubauen, welches denen zu Gute kommt, die Arbeiten wollen und eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der jeder arbeiten will und kann.

Die Absenzenrate ist mit der effektiv gelebten Unternehmenskultur gekoppelt

In Unternehmen, wo Wertschätzung, Autonomie, Fairness sowie mitarbeiterorientiertes Führungsverhalten zur Norm gehören, sind auch die Fehlzeiten- und Krankheitsraten tief. Wer sich in seiner Firma wohlfühlt, sich mit deren Zielen identifiziert und erlebt, dass der Arbeitgeber loyal hinter ihm steht, wird deutlich seltener krank (Fehlzeitenreport, AOK 2016). Motivierte, gesunde und gut geführte Mitarbeitende bleiben nicht einfach so zu Hause und «machen blau». Eine gesunde Unternehmenskultur führt damit zu einer Abnahme sowohl von motivationsbedingten als auch belastungsbedingten Fehlzeiten.

Fehlzeitenmanagement als systematischer Ansatz

Was können Firmen darüber hinaus machen, um das Thema Fehlzeiten anzugehen? Folgenden Komponenten sind Teil eines systematischen Fehlzeitenmanagements:

  • Systematische Datenerfassung von Fehlzeiten und regelmässiges Controlling zur Zielüberprüfung.
  • Prozess- und Rückkehrgespräche nach jeder Abwesenheit; unter dem Aspekt tieferer Produktivität und angeschlagener Gesundheit werden auch Auffälligkeiten angesprochen (Präsentismus). Anstatt stigmatisierender Gespräche zum Druckausüben geht es vielmehr darum Mitarbeitende wertzuschätzen und sie willkommen zu heissen. Inhaltlich geht es in erster Linie darum zu verstehen, ob die Arbeit etwas mit der Absenz zu tun hat (Belastungen erkennen und abbauen sowie Ressourcen fördern und Unterstützung anbieten). Dabei darf aber durchaus erwartet werden, dass der Mitarbeiter aktiv an einer Verbesserung seiner Gesundheit und bei der Prävention weiterer Fehlzeiten mitarbeitet.
  • Interne oder externe Hilfestellungen zur Lösung von schwierigen Situationen (z.B. ärztliche Zweitmeinung, Case Management).

Investieren Sie in die Förderung Ihrer Unternehmens- und Führungskultur, klare Rollen und Abläufe sowie in motivierte Mitarbeitende. Der unmittelbare Nutzen in der Zufriedenheit der Belegschaft, Ihrer Lieferanten und Kunden zeigt sich im Unternehmenserfolg.

Mit unserer Beratung zum Fehlzeitenmanagement, den versicherungs- und arbeitsmedizinischen Abklärungen und dem Case Management unterstützen wir Sie gerne dabei.

Links:

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/erwerbstaetigkeit-arbeitszeit/arbeitszeit/absenzen.html

https://www.suva.ch/de-CH/material/tools-tests/kennzahlenvergleich-excel/

https://aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2016/index_17100.html

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