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Safety First: Infektionsrisiko senken, Nadelstichverletzungen stoppen

Zu diesem Thema fand im April ein internationales Treffen in Bregenz statt, bei dem die Umsetzung der neuen rechtlichen Bestimmungen in Europa zum Thema Nadelstichverletzungen diskutiert wurden. Auch die Schweizer Teilnehmenden, welche nicht direkt durch die Richtlinie betroffen sind, konnten profitieren – einerseits durch die ersten zusammengestellten Erfahrungen und andererseits durch einen spezifisch der Schweizer Situation angepassten Workshop.

Im Workshop wurde die Situation in der Schweiz durch Frau Brigitte Merz von der SUVA beleuchtet. Die SUVA ist Aufsichtsorgan über die Berufskrankheitenverhütung im Gesundheitswesen und hat 2009 die überarbeitete Broschüre „Verhütung blutübertragbarer Infektionen im Gesundheitswesen“ herausgegeben. 2011/2012 hat die SUVA eine Evaluation der Umsetzung der Empfehlungen über den Einsatz von medizinischen Instrumenten mit Sicherheitsvorkehrungen (IS) in Schweizer Akutspitälern durchgeführt, bei der eine repräsentative Stichprobe von Spitälern unterschiedlicher Grösse teilgenommen hat.

Die Untersuchung zeigt, dass IS in über 80 % der Institutionen eingesetzt werden, wobei der Einsatz von Spital zu Spital sich stark unterscheidet. So setzen rund 20% der Spitäler 10 oder mehr Typen von IS ein, während in einem Drittel weniger als 5 Typen eingesetzt werden. Die folgende Abbildung der Suva zeigt die am häufigsten eingesetzten IS:

grafik_nadelstichverletzungen1.jpg

Noch sehr selten eingesetzt werden IS jedoch im OP-Bereich: so sind IS-Skalpelle lediglich in 12% der Spitäler im Einsatz und IS-Nähnadeln lediglich in 4%. Zusätzlich ist zu bemerken, dass zwei Drittel der Spitäler die konventionellen Instrumente nicht vollständig abgelöst haben, sondern konventionelle und IS-Instrumente eines Typs parallel einsetzen.

Bei den meisten Institutionen wurde der Prozess der Umstellung auf IS durch mehrere Faktoren ausgelöst, zu den wichtigsten Auslösern gehören die Empfehlungen der Branchenlösung und der Suva sowie der Wunsch der Mitarbeitenden zur Erhöhung der Sicherheit. Ebenfalls befragt wurden die Institutionen zu den folgend dargestellten Gründen für den Nichteinsatz von IS:

grafik_nadelstichverletzungen.jpg

Mit dem Einsatz der IS sind übrigens 85% der befragten Institutionen hoch bis sehr hoch zufrieden. Hinsichtlich der Wirkung (Reduktion der Nadelstichverletzungen) lassen sich aktuell noch keine Schlüsse ziehen. Einzelne detailliertere Untersuchungen zeigen jedoch vielver-sprechende Resultate, so zeigt eine Studie des USZ eine Abnahme der Expositionsrate/100‘000 Eingriffen bei den Verweilkanülen von 20.5 auf 3.6 und bei den Flügelkanülen von 15.9 auf 7.1 bei Verwendung von IS.

 

Quelle: 
Präsentation Dr. med. Brigitte Merz, Abteilung Arbeitsmedizin SUVA, Safety First Symposium Bregenz, 24. April 2013

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