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GRiP - Gesunder Rücken in der Pflege

Fachkräfte in der Pflege sind schwierig zu finden. Nicht zuletzt, weil viele ausgebildete Pflegefachkräfte auf Grund hoher Belastungen und daraus resultierenden Rückenbeschwerden den Beruf verlassen. Um dem entgegenzuwirken wurde GRiP, die schweizerische Initiative für einen sicheren und gesunden Patiententransfer, lanciert. 

 

Rückenbeschwerden gehören zu den wesentlichen Gesundheitsbeschwerden in der Pflege. So gaben in einer repräsentativen Umfrage in Schweizer Spitälern 60% der befragten Pflegekräfte an, in den vorangegangenen vier Wochen unter Rückenbeschwerden gelitten zu haben. Eine aktuelle Studie des SECO zeigt, dass Pflegende im Schichtbetrieb gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein 12 x höheres Risiko haben Rückenbeschwerden zu entwickeln. Gleichzeitig ist bekannt, dass bei vielen Patiententransfers ohne Verwendung von geeigneten Hilfsmitteln und einer entsprechenden Arbeitstechnik sehr hohe Belastungen im Bereich der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule entstehen, welche teilweise die langfristige Druckfestigkeit der Bandscheiben überschreiten.

 

Im Rahmen der Branchenlösung H+ wurde durch die Trägerschaft (H+, SBK, VPOD und VSAO) die Initiative GRiP – Gesunder Rücken in der Pflege entwickelt, welche durch die schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK, IVA, SECO und Suva unterstützt wird. Im Rahmen der Initiative wurde basierend auf den internationalen Standards der IVSS das Leitbild Gesunder Rücken in der Pflege entwickelt, welches hinsichtlich des Patiententransfers die Leitplanken für die Geschäftsleitung, Vorgesetzte und Mitarbeitende enthält. Parallel wurde durch AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene als Projektumsetzer ein Handbuch im Sinne einer Zusammenfassung der „good praxis“ entwickelt, welches hinsichtlich der Technik (räumliche Anforderungen, Hilfsmittel), der Pflegeorganisation und der personenbezogenen Aspekte (Schulung, Anwendung der Technik) den Stand der internationalen Kenntnisse aufnimmt und die entsprechenden Instrumente zur Verfügung stellt. 

 

Good praxis – Sammeln und Verdichten bestehender guter Ansätze zu den Aspekten: 

  • Gefährdungsermittlung für physische Belastungen beim Patiententransfer
  • Konzepte für eine rückengerechte Arbeitsweise sowie deren Schulung
  • Hebehilfen und kleine Hilfsmittel (Arten, Verfügbarkeit, Schulung, …)
  • Bauliche Aspekte (Raumgestaltung, Planung von Um- und Neubauten)
  • Organisatorische Aspekte (Einfluss der Pflegesysteme, Rolle der Patientenadministration, Multiplikatoren, ...)
  • Empfehlungen zur Durchführung von Umsetzungsprojekten (Projektorganisation, Projektablauf, Partizipation, Evaluation)

 

In einer nächsten Phase werden die Praxisansätze in Akutspitälern und Langzeitinstitutionen im Rahmen einer kontrollierten Pilotstudie evaluiert. Weitere Informationen erhalten Sie beim Projektleiter Dr. Samuel Schluep unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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